Mittwoch, 25. Dezember 2013

Ketzer – Zitate von Christen und anderen Leuten



Hier ein Auszug von Zitaten von berühmten und weniger berühmten Menschen bezüglich der “Wahrheiten des Christentums”. Auch Theologen sind darunter.
“Du hältst das Evangelium, wie es steht, für die göttliche Wahrheit. Mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, dass das Wasser brennt und dass das Feuer löscht, dass ein Weib ohne Mann gebiert und dass ein Toter aufersteht. Vielmehr halte ich dieses für Lästerungen gegen den großen Gott und seine Offenbarung in der Natur”.
(Goethe, an Lavater, 9.8.1782)
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“Schon der Anfang der Vernunft selbst ist in der Bibel ein Verbrechen. Im übrigen geht es dort zu wie im wirklichen Leben: Mord, Plünderung, Vergewaltigung, Genozid. An 100 Bibelstellen wird ausdrücklich im Namen Gottes getötet, an 1000 Stellen tötet dieser Gott selbst. Sein Sohn droht schließlich mit nie endenden Folterqualen über den Tod hinaus denjenigen, die ihn nicht lieben. Den Liebenden bringt er den eucharistischen Kannibalismus zur Seelenstärkung.
Was ist es für eine moralische Vernunft, die hier ihren Anfang und ihre Prinzipien erkennt und anerkennt”?

(Günther Schulte Professor für Philosophie an der Universität zu Köln)
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“In Zeiten blinden und unwissenden Glaubens hat die Kirche festgesetzt, dass die Schriften, besonders die des Neuen Testaments, vollständig als authentisch und wahrhaftig zu gelten haben. Heute kann sie daher nicht mehr umkehren. Die Ergebnisse der modernen Wissenschaft müssen abgelehnt, als falsch bewiesen werden. Andererseits müssen die irrigen Entscheidungen der Kirche als wahr bewiesen werden. Deshalb muss man glauben, dass schwarz weiß ist”.

(Alighiero Tondi, ehem. päpstl.Theologe und Professor an der “Gregoriana”.)

“Ein Mythos, der auf einem anderen Mythos aufbaut wird zur Legende. Ein Mythos, der auf einer Legende aufbaut, wird zum Märchen”.

(unbekannt)

“Die Päpste und ihre Helfershelfer waren so sehr davon überzeugt, dass ihre Macht ausschließlich auf der Unwissenheit beruht, dass sie immer wieder die Lektüre des einzigen Buches verboten haben, das ihre Religion verkündet; sie sagten: Hier ist euer Gesetz, und wir verbieten euch, es zu lesen; ihr erfahrt daraus nur, was wir euch zu lehren geruhen. Diese absonderliche Tyrannei ist unbegreiflich, und trotzdem gibt es sie. Jede Bibel in lebender Sprache ist verboten; erlaubt ist sie nur in einer Sprache, die nicht mehr gesprochen wird.”
(Voltaire, franz. Schriftsteller, 1694-1778)
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“Wenn man das Kreuz anbetet, an dem Christus gestorben ist, muss man auch den Esel anbeten, auf dem er geritten ist”.
(Bischof Claudius von Turin, 9. Jh.)
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“Christi Niederlage war nicht die Kreuzigung, sondern der Vatikan”.
(Jean Cocteau, franz. Schriftsteller, 1889-1963)


“Zur selben Stunde, in der unser Herr Jesus Christ es zuließ, dass er für uns den Kreuzestod erlitt, flohen die Verteidiger von den Mauern durch die Stadt, und die Unsrigen folgten ihnen und trieben sie vor sich her, sie tötend und niedermetzelnd, bis zum Tempel Salomos, wo es ein solches Blutbad gab, dass die Unsrigen bis zu den Knöcheln im Blut wateten…
Nachdem die Unsrigen die Heiden endlich zu Boden geschlagen hatten durcheilten die Kreuzfahrer die ganze Stadt und rafften Gold und Silber. Dann, glücklich und vor Freude weinend, gingen die Unsrigen hin, um das Grab unseres Erlösers zu verehren, und entledigten sich Ihm gegenüber ihrer Dankesschuld”.
(Chronist über die Eroberung Jerusalems)

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“Es ist nicht verwunderlich, dass sich gerade die freieren Geister… mit Grausen vom Christentum und von der Kirche insgesamt abwenden”.

(Hermann Detering, Theologe)
“Gestatten Sie mir, Ihnen zu sagen, dass unsere heutigen Religionen der Religion Christi so wenig gleichen wie jener der Irokesen. Jesus war ein Jude, und wir verbrennen Juden. Jesus predigte Duldung, und wir verfolgen. Jesus predigte eine gute Sittenlehre, und wir üben sie nicht aus. Jesus hat keine Dogmen aufgestellt, die Konzile der Kirche aber haben reichlich dafür gesorgt. Kurz, ein Christ des 3. Jahrhunderts ist einem Christen des 1. gar nicht mehr ähnlich”.
(Friedrich der Große, preuß. König, 1712-1786)

“Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst Raubtiere dem Menschen nicht so feindlich gesinnt sind wie die Christen gegeneinander”.
(Julian, römischer Kaiser, 331-363, genannt: Apostata, der Abtrünnige)

“Das Christentum ist heute ein Leichnam, der nur noch dank der künstlichen Sauerstoffzufuhr seitens interessierter Politiker, Theologen und Kirchenfunktionäre den Anschein von Lebendigkeit zu erwecken vermag”.
(Joachim Kahl, dt. Theologe und Philosoph, *1941)

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 “Zum Christentum wird man nicht geboren, man muss dazu nur krank genug sein”.

(Friedrich Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)

“Die persönlichen Lehren Christi: Demut, Feindesliebe, Unweltlichkeit werden nirgends befolgt. Vielmehr ist es im gesamten Abendlande Sitte, sich mit seinem Nächsten nicht zu befassen, gegen Feinde vorzugehen, das Leben auf die Sorge für den kommenden Tag zu stellen, den, der einem auf den rechten Backen schlägt, niederzuschießen und die geistig Armen als minderwertig anzusehen”.

(Walther Rathenau, dt. Staatsmann u. Industrieller, 1867-1922)

“Der Jesus von Nazareth, der als Messias auftrat, die Sittlichkeit des Gottesreiches verkündete, das Himmelreich auf Erden gründete und starb, um seinem Werke die Weihe zu geben, hat nie existiert. Es ist eine Gestalt, die vom Rationalismus entworfen, vom Liberalismus belebt und von der modernen Theologie in ein geschichtliches Gewand gekleidet wurde”.
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(Albert Schweitzer, dt. Theologe, Mediziner & Philosoph, 1875-1965)

“Gott ist nur eine Arbeitshypothese. Es zeigt sich, dass alles auch ohne Gott geht und zwar ebenso gut wie vorher”.


(Dietrich Bonhoeffer, dt. ev. Theologe, 1906-1945)

http://www.glauben-und-wissen.de/M17.htm

 
 Gruß Hubert

Freitag, 29. November 2013

Der Vatikan und seine Machenschaften

Bin heute auf einen älterern Aufsatz gestoßen, bei dem es um den umstrittenen Tod des Ein-Monat-Papstes Johannes Paul I. geht. Man sieht welche Ränkespiele im Vatikan getrieben werden und auch wie sehr die Politik da reinspielt. Da ging es um Bankgeschäfte, die faschistische Loge P2, die Ermordung des christdemokratischen Parteivorsitzenden Aldo Moro, der ein Regierungsbündnis mit den Kommunisten betrieben hatte... usw. Der Nachfolger des Kurzzeit-Papstes Johannes Paul II., der bei einer intensiven Zusammenarbeit des Vatikans mit CIA und NATO gegen den Ostblock mitgewirkt hat.

Wurde Johannes Paul I. ermordet?


Er saß nur 33 Tage auf dem Stuhl Petri. Am 26. August 1978 wurde der als Sohn eines Arbeiters geborene Albino Luciano überraschend zum Papst gewählt. Am 28. September frühmorgens war er tot.
Den ersten Namen, Johannes, nahm er zur Erinnerung an Johannes XXIII. an, den Pontifex von 1958 bis 1963. Wie dieser Sohn eines Vier-Hektar-Bauern kam er vom Lande, predigte Bescheidenheit und suchte die Nähe der einfachen Menschen. Als erstes schaffte er den altertümlichen Tragethron ab, in dem sich die Stellvertreter Christi seit Jahrhunderten befördern ließen. In den Straßen jubelten die Menschen und tauften ihn "Papa Luciano". Die Kanzlei des Vatikans wurde von Briefen überschwemmt, die tiefe Zuneigung, Hoffnung und Verehrung ausdrückten.
Der reaktionäre Klerus dagegen befürchtete, der neue Papst könnte die von Johannes XXIII. verfolgte Reform der katholischen Kirche, das Engagement für Ökumene, Frieden und Aussöhnung, wieder aufnehmen. Dieser hatte sich 1961 in seiner Enzyklika "Mater et Magistra" dem Thema "Christentum und sozialer Fortschritt" zugewandt, darin auch von "Vergesellschaftung" gesprochen und ein Jahr später in "Pacem in Terris" weitere grundsätzliche Menschheitsfragen behandelt. Erste Verlautbarungen ließen darauf schließen, daß Johannes Paul I. umfangreiche personelle Veränderungen plante. Man hielt es für möglich, daß er von seinem Recht Gebrauch machen könnte, die ganze Kurienspitze auszuwechseln.

Diese Sorgen nahmen mit Lucianos Tod ein Ende. Nach der offiziellen Verlautbarung starb er an einem Herzinfarkt infolge einer Überdosis eingenommener Herzmedikamente. Noch am gleichen Tag tauchten jedoch die ersten Gerüchte über Mord auf. Ein Priester wurde mit den Worten zitiert: "Der Heilige Geist hat uns da einen guten Dienst erwiesen" - er habe die Kirche von Luciano befreit, "bevor er zu großen Schaden anrichtete". Handfeste Indizien untermauerten den Verdacht. Der Bruder des Papstes, Edoardo Luciano, und die Nichte Pia sagten später aus, er habe nur an leichten Krankheiten gelitten und lediglich Vitaminpräparate und andere leichte Medikamente eingenommen, an denen man, auch in hohen Dosen, niemals sterben könne.

Die erste, die den Papst am Morgen tot vorfand, war die ihn betreuende Ordensschwester Vincenza Taffarel. Auf seinen starren Augen habe die Brille gesessen, in den Händen habe er Papiere gehalten, sagte sie. Die Brille sowie die Papiere verschwanden spurlos. Radio Vatikan meldete zunächst, der Tod sei bereits am Abend gegen 23 Uhr eingetreten. Das wurde korrigiert, als die zur Einbalsamierung der Leiche am Morgen herbeigerufenen Bestatter aussagten, der Körper sei "noch warm" gewesen. Besonders verdächtig wirkte, daß das Kardinalskollegium, wie später der Corriere della Sera schrieb, eine Obduktion des Toten verweigert habe.

Die These vom Mordkomplott erhielt Auftrieb, als der britische Autor David Yallop sie 1984 in seinem Buch "Im Namen Gottes" mit politischen Fakten unterlegte. Danach soll Johannes Paul I. den Verbindungen des Vatikans mit der faschistischen Putschloge P2, Geheimdiensten und Mafia-Kreisen auf der Spur gewesen sein. Ein bei dem Toten gefundenes, dann verschwundenes Papier sei eine Liste höchster kirchlicher Würdenträger in der P2 gewesen, darunter Erzbischof Casimir Marcinkus, Chef der Vatikanbank, beteiligt an der Ermordung des christdemokratischen Parteivorsitzenden Aldo Moro, der ein Regierungsbündnis mit den Kommunisten betrieben hatte.
Die Liste habe auch die Namen von Kirchenfürsten umfaßt, die zur Ermordung des P2-Bankiers Roberto Calvi (als Verwalter der Vatikan-Finanzen "Bankier Gottes" genannt) und seines im Gefängnis mit Zyankali vergifteten Vorgängers Michele Sindona beigetragen hätten.

Ein Papstmord wäre nichts Neues gewesen. Solche Fälle durchziehen die ganze Geschichte der Kurie. Johannes VIII., Pontifex 872-882, erhielt von einem Verwandten Gift und wurde, als es nicht rasch genug wirkte, mit einem Hammer erschlagen. Schon bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts folgten noch sieben Papstmorde. Mordverdacht wurde auch 1939 beim Tod Pius' XI. erhoben. Dieser Papst, der geholfen hatte, Mussolini an die Macht zu bringen, und der das Konkordat mit Hitler hatte unterzeichnen lassen, soll später die Absicht gehabt haben, dem faschistischen Unheil, vor allem der Judenverfolgung, mit einer Enzyklika "Humani generis unitas" entgegenzutreten.
In der Nacht vor dem Konklave der italienischen Bischöfe am 11. Februar 1939, auf dem dies geschehen sollte, begab sich der Arzt Francesco Petacci, der Vater der Geliebten Mussolinis, zu dem herzkranken Papst und verabreichte ihm eine Injektion. Am frühen Morgen lebte Pius XI. nicht mehr. Der Weg war frei für Pius XII., unter dem der Vatikan den barbarischen Verbrechen des Faschismus tatenlos zusah. Die Enzyklika seines Vorgängers nahm er unter Verschluß. Sie wurde bis heute nicht veröffentlicht.

Hinzuzufügen bleibt noch, daß der Tod Papa Lucianos vor 25 Jahren den Weg für Karol Wojtyla freimachte, den ersten nichtitalienischen Papst seit 500 Jahren. Unter diesem fanatischen Antikommunisten kam es, wie Carl Bernstein und Marco Politi in ihrer Biographie "Seine Heiligkeit. Johannes Paul II." darlegen, zu einer intensiven Zusammenarbeit des Vatikans mit CIA und NATO gegen den Ostblock. An dieser Konstellation hat sich - trotz der Differenzen mit dem Weißen Haus vor dem Krieg gegen den Irak - bis heute wenig geändert.
von Gerhard Feldbauer

http://www.sopos.org/aufsaetze/3f6b795ef2f79/1.phtml

Gruß Hubert

Hubertusmesse im Dom zu Speyer

Bei den Hubertusmessen macht sich die Kirche zu Handlangern und Rechtfertigern der grünen Röcke und die ganze Inszenierung kann man nur pervers nennen. Der Kirche fehlt jeglicher Respekt und ein Mindest-Sensorium vor der Mitkreatur. So könnte es ein Schöpfer nie gemeint haben. Es kann nicht sein, dass fühlende Wesen zur Ausbeutung für eine andere Spezies da sein sollen. Fest steht, dass nicht die "Guten" sein können.
Ich möchte hier einen Brief an Bischof Wiesemann und Domdekan Kohl von pro-iure-animalis.de wiedergeben.
Abschließender Brief an Bischof Wiesemann und Domdekan Kohl
Herrn Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann
Herrn Domdekan Dr. Christoph Kohl
Bistum Speyer

Beiliegend erhalten Sie eine Liste von 1567 Bürgern, die gegen die Hubertusmesse im Speyerer Dom bereits per E-Mail bei Ihnen persönlich protestiert haben. Wir gehen davon aus, dass Sie diesen Menschen – wie es die Höflichkeit gebietet – gerne persönlich antworten möchten, ist es doch für Sie eine gute Gelegenheit, den Standpunkt der Kirche sowie Ihre persönliche Sichtweise und Rechtfertigung zu den Massenexekutionen in der Tierwelt durch die Jägerschaft zu erläutern.

Aber es bleiben Fragen offen, Fragen, die der Antwort bedürfen, Fragen, die unbeantwortet weiterhin einen schalen Nachgeschmack hinterlassen.

Empfinden Sie eigentlich Skrupel, wenn Sie die Proteste der Bürger ignorieren? Wird es neuer katholischer Brauch, die Messe unter Polizeischutz abzuhalten? Haben Sie selbst so wenig Gottvertrauen und gleichzeitig so viel Furcht vor friedlichem Protest, dass Sie diese Blutandacht schützen lassen? Ist Ihnen klar, dass Sie sich damit nicht auf die Seite der Lebensbewahrung geschlagen haben, dass Sie das Lied vom Massen-Tier-Tod predigen?

Ist Ihnen bewusst, dass Sie durch den Polizeieinsatz die Würde des Weltkulturerbes schwer beschädigt haben und genau das aus eigenem Verschulden bewirkt haben, was Sie, Herr Wiesemann, noch vor vier Jahren unbedingt vermeiden wollten? Und in diesem Zusammenhang noch eine persönliche Frage an Sie, Herr Wiesemann. Warum weichen Sie jedem
Gespräch aus? Ist es Furcht, ist es Arroganz, ist es Gleichgültigkeit, ist es Überheblichkeit oder ist es deswegen, weil Sie argumentativ in der Defensive sind?
 
Wer Ehrfurcht vor dem Leben hat, hat gleichzeitig Abscheu vor dem Töten. Verstehen Sie den Zusammenhang, begreifen Sie diese einfache Logik oder wollen Sie nicht, können nicht oder dürfen Sie gar nicht verstehen?

Und wenn zur Bewahrung der Schöpfung der Tiermord Ihrer Meinung nach notwendig ist, hat dann der Schöpfer nicht versagt, hat gezeigt, dass er lediglich eine misslungene Schöpfung abgeliefert hat? Reflektieren Sie doch einfach mal die sinngemäßen Fragen des Philosophen Günther Anders,
Gedanken jenseits der anthropozentrischen Märchenwelt der Genesis:


Wenn es ihn gibt, dann ist er einer, der die Massentierqual nicht
verhindert. Er ist also einer, der - die Hände im Schoß - diese
Ereignisse zulässt?
Er ist also einer, der einer einzigen Spezies seine ganze Schöpfung
zum Fraß, zur Vernichtung vorwirft?
Ist ein solcher Gott ein gerechter Gott? Ein liebender Gott? Ein
barmherziger Gott? Einer, zu dem wir beten dürfen, ohne uns zu
entwürdigen? Einer, den wir anbeten dürfen, ohne uns zu schämen?
Findet ihr nicht, dann schon besser kein Gott, als ein bluttriefendes
Monster?
Empört euch nicht die Würdelosigkeit derer, die einem, der dies
zulässt, sich noch im Gebet nähern, ihn noch als liebenden Gott
umlügen?


Herr Kohl, sie meinen der Jäger liebt die Natur? Nein, der Jäger liebt die Tiere wie ein Vergewaltiger sein Opfer, stellte Karin Hutter schon vor einigen Jahren fest. Ist es für Sie so schwer zu begreifen, dass Hege und Pflege eine ekelhafte Fata-Morgana ist, eine Fiktion, der Sie willfährig auf den Leim gegangen sind. Tatsächlich wird nur das gehegt, was später lustvoll abgeschossen werden kann.

Dazu eine kurze Episode, die sich vor Beginn Ihrer Hubertusmesse zugetragen hat:
Am Eingang des Doms stand eine Gruppe aus vier Personen. Ein ca. 16- bis 17-jähriger Jugendlicher – mutmaßlich selbst noch kein Jagdscheininhaber – erzählte einem Jäger mittleren Alters mit blumigen Worten der Begeisterung von seinen Erlebnissen bei Treibjagden. U.a. auch davon, wie abenteuerlich es war, das Wildschwein aufzuspüren, welches „waidwund“ mit einem Schuss in den Kiefer, der am Hals wieder austrat, durch den Wald irrte. Beide brüsteten sich im Gespräch ob ihrer Erlebnisse und „Heldentaten“. Kein Funke der Ehrfurcht vor dem Leben war zu erkennen.

Und eine weitere Episode:
Während wir an diesem Brief arbeiten, ruft uns ein Jäger an, mit dem wir schon seit längerem in Kontakt stehen. Er ist aktiver Jäger, seinen eigenen Worten nach erträgt das Tun und Handeln der meisten seiner Kollegen nicht mehr. Er gibt uns Tipps, wie und wo wir an den kommenden Wochenenden Treibjagden beobachten und dokumentieren sollten. „Es
finden wieder Brot und Spiele statt“ sind seine Worte. Er ist entsetzt über die Tierqualen die er selbst mit ansehen musste und ist sich gewiss, dass gleiche Qualen jetzt wieder stattfinden werden. Seine Informationen beziehen sich auf das Umfeld von Speyer. Sicher sind bei diesen Treibjagden auch viele der Jäger zugegen, die bei Ihnen in der
Hubertusmesse waren. 

Herr Dr. Wiesemann, Herr Dr. Kohl: Das ist die Realität! Hören Sie auf, von ethisch motivierter Jagd zu schwadronieren. Machen Sie sich kundig, bevor Sie Jagd rechtfertigen, schauen Sie sich die Grausamkeiten an und erklären Sie dann, wie es um die Heiligkeit des Lebens steht.
Blasmusik im Dom trägt dazu keineswegs bei.

Hören Sie auf, mit Wattebällchen an eine zutiefst unethische Betonmauer grüner Denkstrukturen zu werfen. Sie machen sich lediglich zu Handlangern, zu Mitschuldigen in der systematischen Vernichtung der freien Tierwelt. Auch Sie trifft die Verachtung kommender Generationen, die dann in einer extrem verarmten und verkleinerten Natur, in einer Welt der alles ausbeutenden Menschenmassen leben müssen! Predigen hilft nicht, handeln Sie, beten hilft nicht, handeln Sie, appellieren hilft nicht, handeln Sie. Oder haben all die Gebete der letzten 2000 Jahre die Welt verbessert? Wohl kaum!

Unser Protest ist mit dem Amen der Messe am 9.11. längst nicht beendet. Die Möglichkeiten des friedlichen Protestes sind zahlreich, wirksam und nachhaltig. Seien Sie versichert, das Bistum Speyer wird im Bekanntheitsgrad Limburg erreichen; wir machen – und zwar ab sofort nicht nur im November – Werbung für Sie. 

Wir  begleiten Sie künftig hautnah auf Ihren Wanderungen durchs grüne Absurdistan, stehen Ihnen aber auch zu jedem Zeitpunkt, an jedem Ort zu Konsensgesprächen zur Verfügung – und auch das ist ein Versprechen.


Mit tierfreundlichen Grüßen
  
Dr. Gunter Bleibohm       Harald Hoos

http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1552&Itemid=108

Siehe auch "Zu Gast in Glaubenswelten":
http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1550&Itemid=108

Auszug.
Welch geistigen Spagat muss jemand, der einer Religion anhängt, die Nächstenliebe, Achtung und Bewahrung des Lebens propagiert, vollführen, um dies zu ertragen? Eine Kirche, die sich beispielsweise gegen Abtreibung oder PID ausspricht und einem Zellklumpen Würde sowie Lebensrecht zuweist, aber akzeptiert, wenn Tiere, die einem in die Augen schauen können, gequält werden und überwiegend aus Spaß ermordet werden.
Kohl redet den Jägern nach dem Mund, stellt diese als Liebhaber von Natur und Tieren dar, findet die Worte Hege und Pflege schön. Wo sind seine kritischen Worte die er in seinem Gespräch mit mir angekündigt hatte? Nein, das war eben eine rhetorische Frage – gerechnet habe ich nicht mit deutlicher Kritik an Jagd und Jägern. Halt. Da war ein kritisches Wort. Der Prediger findet es nicht richtig, wenn die Jäger ins Ausland reisen und nur der Trophäen wegen jagen. Da kann ich nur ein zynisches „Wow“ aussprechen.

Gruß Hubert