Montag, 19. Februar 2018

Andreas Laun vergleicht homosexuelle Liebe mit Auschwitz




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Vollkommen inakzeptabel was der berühmt berüchtigte Salzburger Ex-Weihbischof  Andreas Laun wieder mal „abgeliefert“ hat und mit wen er Homosexuelle vergleicht. Kardinal Schönborn aus Wien hat Laun auch kritisiert. Aber das ist nicht glaubwürdig, wenn man solche Leute nicht aus der Kirche rauswirft. Ich kann mich nur wundern welche höchst fragwürdigen Personen die kath. Kirche in höchsten Positionen hat, ich kann mich noch gut an Bischof Kurt Krenn, St. Pölten, erinnern, mir fielen noch viele andere ein, ist hier aber nicht interessant. Laun und andere Reaktionäre und Rechte in der Kirche sollten sich lieber um ihre sexuellen Kindesmissbräuche kümmern und die Opfer der Kinderfickereien anständig entschädigen. Aber das fällt der geizigen und habgieriegen Kirche ja äußerst schwer, nur in den USA gelingt das eventuell, siehe Bistum Boston, das fast in den Konkurs deswegen geriet.Laun, so  ein A… . lo.!

Herr Christoph Schattleitner kritisiert auf Twitter zu recht Kardinal Schönborn:
Christoph Schattleitner ‏ @Schattleitner 13. Feb.
Antwort an @KardinalWien

Sie reden von „inakzeptabel“ und akzeptieren dennoch – nach vielen, vielen Vorfällen – Hr Laun und seine Menschenverachtung nach wie vor in Ihrer Gemeinschaft. Ihre Worte sind ohne Taten ziemlich wertlos.


https://twitter.com/KardinalWien/status/963463519852261376

 

Über die vielen Kirchenaustritte braucht sich so die Kirche nicht wundern. Mich wundert sowieso dass auch nur ein einziger Homosexueller oder eine Lesbe in der Kirche ist – bei diesem Homo-Hass. Wie steht Laun denn zu den vielen Kindesmissbräuchen in der Kirche?

Mit welcher politischen Richtung Laun da im Einklang steht brauche ich nicht extra zu sagen. Das weiß jeder, der nicht unpolitisch ist.

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Weihbischof Andreas Laun war sichtlich gut gelaunt, als er vor zwei Jahren an der homophoben „Demo für alle“ teilnahm (Bild: Norbert Blech)
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Auf die vorsichtige Debatte innerhalb der katholischen Kirche über eine mögliche Segnung lesbischer und schwuler Paare reagieren die Hardliner mit immer schrilleren und noch mehr verletzenden Äußerungen. Nachdem der emeritierte deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes Homosexuelle in der vergangenen Woche bereits mit Mafiosi verglichen hatte, die man ja auch nicht segne, brachte Salzburgs ehemaliger Weihbischof Andreas Laun nun sogar Konzentrationslager ins Spiel.

„Den Segen Gottes kann man für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten“, schrieb der 75-Jährige in einem Beitrag auf dem Portal kath.net.

 

„Also könnte man kein Bordell einweihen, kein KZ oder Waffen segnen, die nicht ausschließlich zur Jagd oder zur legitimen Verteidigung bestimmt sind. Darum ist klar, man darf auch nicht eine Verbindung segnen, die sündhaft ist, nicht die Mafia, keinen Segen für Vereinigungen oder Einrichtungen geben, die Abtreibung fördern und durchführen oder glaubensfeindliche Ideologien verbreiten, antisemitische Inhalte und andere Formen rassenfeindlichen Denkens.“



Friedrich Kühne wurde wegen seiner Homosexualität von den Nationalsozialisten in das KZ Auschwitz verschleppt. Die schwulen Häftlinge wurden mit einem rosa Winkel gekennzeichnet (Bild: J. Hutter)

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Segen nur für einzelne Homosexuelle zur „Bekehrung“


Vehement widersprach Laun dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, der sich Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare zumindestim Einzelfall vorstellenkann: „Man kann eine Verbindung zweier homosexueller Männer oder lesbischer Frauen nicht segnen: Zwei Männer oder Frauen, die de facto homosexuell sind, natürlich schon, und da geschieht ja auch in jeder hl. Messe, die von ihnen besucht wird“, so der Ex-Weihbischof. „In dieser nicht auf ihr Tun bezogenen Weise empfangen den Segen auch alle anderen Sünder und die Kirche hofft dabei, dass sie sich unter dem Einfluss der Gnade Gottes bekehren werden!“

 

Zur Idee, ein „sündhaftes Verhalten“ zu segnen, fiel Laun ein Zitat von Jesaja ein: „Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.“ Rhetorisch fragte der ehemalige Weihbischof: „Ist das nicht genau das, was Kardinal Marx und andere, die denken wie er, machen? Wenn man auf ein Glas mit sauren Gurken ein Etikette ‚Honig‘ klebt, bleiben die Gurken sauer! Das können auch segnende Bischöfe nicht ändern.“


Häufig homophobe Hetze auf kath.net


Der Wiener Andreas Laun war 1967 zum Priester geweiht worden und stieg schnell in der österreichischen Kirchenhierachie auf. 1995 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Salzburg ernannt. Das Amt hatte er bis zum Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren im vergangenen Jahr inne. In dieser Zeit tat er sich als einer der homophobsten katholischer Würdenträger in der deutschsprachigen katholischen Kirche hervor.

 

Wiederholt warb Laun für Homo-„Heilung“, warf Schwulen vor, eher Kinder zu missbrauchen als Heterosexuelle, und bezeichnete erst im vergangenen Jahr Homo- und Transsexuelle pauschal als „gestörte Männer und Frauen“. Im vergangenen Monat hatte er – ebenfalls in einem Beitrag für kath.net – kirchliche Homo-Akzeptanz mit Smog verglichen.

Die Website kath.net veröffentlicht häufig Kommentare von oder Interviews mit einschlägig bekannten Homo-Hassern. Im letzten Jahr durfte etwa der Kasseler Biologie-Professor Ulrich Kutschera gegen die „politisch einflussreiche links/grün/rot-indoktrinierte Gender-Homo-Lobby“ zu Felde ziehen (queer.de berichtete). (mize)

Quelle: queer.de

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Auf einem Schild ist zu lesen: „Schützt unsere Kinder!“. Vor den Homosexuellen? Manche Idioten können eben Homos von Pädophilen nicht unterscheiden – oder schlimmer, machen das absichtlich, dass Dumme darauf herein fallen. Schützt unsere Kinder: Jawohl Herr ex-Bischof Laun! Vor den kirchlichen Kinderfickern, da hätten sie geschützt werden müssen – oder müssten noch geschützt werden.


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AndreasKA
  • 12.02.2018, 08:50h Karlsruhe

  • … mir verschlägt es immer wieder die Sprache, welch unfassbare Äußerungen jemand, der sich vom Kirchenmantel geschützt sieht, heraushaut.

    Ich kann nur hoffen, dass angesichts derartiger Entgleisungen zumindest einigen seiner kirchlich Anbefohlenen klar wird, was Menschen wie dieser Laun tatsächlich denkt.

    Und angesichts der Verbrechen, die auch und gerade die Kirchen (beider Konfessionen übrigens!) sich während der Nazi-Zeit aufgeladen haben, ist diese Äußerung äußerst verstörend und Laun sollte sich in Grund und Boden schämen.

    In diesem Zusammenhang stehe ich noch unter dem Eindruck einer Ausstellung namens „Von Golgata nach Auschwitz“, die gerade in Karlsruhe gezeigt wird – es gibt auch ein gleichnamiges Buch dazu.

    Wenn man diese Zusammenhänge kennt, wie die Kirchen Judenhass unterstützt und von Amts wegen gebilligt haben (ganz wenige Ausnahmen einmal ausgeklammert), kann man den Kirchen kein Vertrauen hinsichtlich des Vertretens so genannter christlicher Werte (Barmherzigkeit, Nächstenliebe werden beispielsweise ja immer gern genannt) mehr zubilligen.

    … und dann setzt Laun noch sowas obendrauf … Hammer …

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goddamn liberal
  • 12.02.2018, 10:05h

  • Herr Laun lebt in seiner eigenen Welt, in der es wohl nur kath. Priester und eben keine Männer mit dem rosa Winkel im KZ gab. Und in der seine Amtsbrüder nie Waffen gesegnet haben und Militärbischöfe waren (auch unter dem KZ-Betreiber Hitler, seinem Landsmann).

    Setzt ausgerechnet die österreichische Justiz diesem Kleriker-Tourette-Syndrom Grenzen?

    In einem tiefbraunen Land mit neofaschistischem Vizekanzler ist das unwahrscheinlich.

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Homophobe Laun-Aussage: Evangelische Kirche fordert strafrechtliche Ermittlungen

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Der katholische Ex-Bischof Andreas Laun wird wegen des Vergleichs homosexueller Liebe mit Auschwitz vom Chef der evangelisch-reformierten Kirche attackiert.

Die neuesten homophoben Aussagen des emeritierten Salzburger Weihbischofs Andreas Laun, eines der schillerndsten katholischen Figuren in Österreich, könnten strafrechtliche Konsequenzen haben. Selbst der Chef der evangelisch-reformierten Kirche in Österreich forderte am Dienstag Ermittlungen gegen den 75-jährigen katholischen Würdenträger: Landessuperintendent Thomas Hennefeld zeigte sich in einer Stellungnahme gegenüber dem Evangelischen Pressedienst schockiert, dass Laun auf der katholischen Nachrichtenseite kath.net die Segnungen homosexueller Menschen unter anderem mit Segnungen von Konzentrationslagern im Dritten Reich verglichen hatte. „Ich verurteile diese Aussagen aufs Schärfste“, sagte Hennefeld, der die Kirche seit 2007 anführt.


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Kirchenaustritt-de
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Laun-Homos-Vgl-KZuMafia
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Laun-Homos-Vgl_1
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Auch interessant dazu ein Artikel der Süddeutschen Zeitung.

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„Bekämpfung der ,Nacktkultur’“

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Doch in seiner oft unbestimmten Vielgestaltigkeit warb der Nationalsozialismus zugleich um konservative Katholiken. In seiner Regierungserklärung am 23. März sprach Hitler auch von Sitte und Moral: Die nationale Regierung werde „eine durchgreifende moralische Sanierung an unserem Volkskörper“ vornehmen; Theater, Film, Literatur, Presse und Rundfunk würden „als Mittel zu diesem Zwecke angesehen und demgemäß gewürdigt“. Der Völkische Beobachter titelte „Endlich energische Bekämpfung von Schmutz und Schund“ und „Bekämpfung der ,Nacktkultur’“.

Das war für viele eine Drohung – für andere aber ein Versprechen, nicht zuletzt für führende Katholiken. Der Münsteraner Theologe Michael Schmaus stand nicht allein, als er 1933 von den Nationalsozialisten eine Verschärfung der Zensur erhoffte. Vorbehalte gegen die tolerante Elitenkultur linksintellektueller Großstädter waren gerade im ländlichen Katholizismus weit verbreitet. Opfer des Nationalsozialismus, die gegen die katholischen Sittlichkeitsvorstellungen verstießen, hatten daher wenig Hilfe von der Kirche zu erwarten.

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http://www.sueddeutsche.de/kultur/katholiken-im-nationalsozialismus-emotional-gleichgeschaltet-1.1632432

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Gruß Hubert

Sonntag, 18. Februar 2018

Johann Bockelson – Ein Bordellbesitzer griff nach der Weltherrschaft




Eine interessante Persönlichkeit, dieser Johann Bockelson der vom Bordellbesitzer zum Begründer einer Wiedertäufer-Sekte wurde. Wenn sich eine Religion nicht durchsetzt, dann bleibt es halt eine Sekte, die auch wieder oft verschwindet. Das Prinzip ist dasselbe, beides sind von Menschen erfundene Glaubenssysteme. Bockelson hatte 17 Ehefrauen. Da musste eine ja ein bisschen Geduld haben, bis sie wieder dran kam… die Lieblingsfrauen kamen wohl öfter dran… Diese gottesfürchtigen Leute glaubten ja auch, dass man möglichst viele Kinder zeugen sollte und das geht ja am besten mit vielen Frauen. Denn es wäre Sünde den Samen des Mannes sinnlos zu vergeuden. 

Eine davon wollte ihn verlassen. Daraufhin köpfte er sie vor einer großen Volksmenge. Er errichtete eine Schreckensherrschaft. Johann Bockelson war eigentlich Holländer und hieß anfangs Jan van Leiden.

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Aus Welt.de

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Der Österreicher Christoph Waltz gehört zu den renommiertesten Schauspielern unserer Zeit. Zweimal wurde er innerhalb von drei Jahren mit dem Oscar ausgezeichnet, was außer ihm nur noch drei männliche Mimen schafften. Seine Karriere begann 1993 mit der Hauptrolle im Fernsehzweiteiler „König der letzten Tage“. Durch seinen furiosen Auftritt als Johann Bockelson alias Jan van Leiden brachte Waltz dem deutschen Publikum eine weitgehend vergessene Episode des Reformationszeitalters in Erinnerung, die sich vor 450 Jahren in Westfalen abspielte.

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Koenig der Letzten Tage – Christoph Waltz

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Es war ein pompöser Zug, der am 25. August 1534 durch die Straßen der Stadt Münster defilierte. Drei Dutzend berittenen Leibwachen folgte ein junger Mann mit einer riesigen Krone auf dem Kopf, um den Hals eine goldene Kette mit einer Weltkugel. An seiner Seite der Scharfrichter mit überlangem Schwert. Alle Menschen knieten nieder und priesen „König Johann den Gerechten in dem Stuhle Davids“.

Auf dem Prinzipalmarkt wurde unter Posaunengeschmetter ein Thron installiert. Von dort hielt der König, umgeben von seinen 17 Ehefrauen, eine visionäre Predigt. Wenn der sogenannte Täufergeist über ihn kam, geschah es auch, dass er sich aus der Menge einen Verdächtigen griff und eigenhändig enthauptete, was vom Volk mit wilden Freudentänzen quittiert wurde.

Im Gefolge von Luthers Reformation hatten sich in Mitteleuropa radikale Sekten gebildet, die den christlichen Glauben in immer neuen Varianten interpretierten. Eine von ihnen waren die Chiliasten, welche unter anderem die Kindstaufe mit der Begründung ablehnten, dass Säuglinge noch keinen freien Willen besitzen würden. Erst der Erwachsene könne das Sakrament der Taufe empfangen. Deshalb wurden sie von ihren Gegnern als Wiedertäufer bezeichnet.

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Die Täuferbewegung hatte in Nordwestdeutschland zahlreiche Anhänger
Quelle: picture-alliance / akg-images/akg-images
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Sowohl katholische wie evangelische Kreise gehörten zu diesen Gegnern, denn die Wiedertäufer verneinten einerseits die Autorität des Papstes und glaubten andererseits statt an den Bibeltext an eine mystische Lehre vom inneren Licht. Weil Gott direkt zu ihnen spreche, hielten sie sich für unfehlbar.

Dass gerade Münster zu einem Hauptort der Wiedertäuferbewegung wurde, lag zum einen an der räumlichen Nähe zu den Niederlanden, einer Hochburg des Chiliasmus, zum anderen an den Missgriffen des seit 1532 amtierenden Münsteraner Bischofs Franz von Waldeck. Er bedrückte die Stadt mit so unmäßig hohen Steuern, dass sich Widerstand unter den Ratsherren erhob.

 

Der Pfarrer Bernhard Rottmann predigte in der St.-Mauritz-Kirche im Sinne der radikalen Reformation, ließ sich mit seinen Anhängern Anfang 1533 heimlich erneut taufen und gewann allmählich das Übergewicht im Stadtrat. Mithilfe des einflussreichen Tuchmachers Bernt Knipperdolling setzte er im Januar 1534 einen Beschluss durch, wonach alle „andersgläubigen“ Einwohner Münsters die Stadt verlassen mussten. Ihr Eigentum wurde unter den Wiedertäufern verteilt.

Wenige Tage später gelangte Jan Matthys nach Münster, ein Bäcker aus Haarlem und selbsternannter Prophet der niederländischen Wiedertäufer. Mit Matthys enthüllte diese Bewegung ihr hässliches Gesicht. Kurz nach seiner Ankunft, am 24. Februar 1534, kam es zu einem wilden Bildersturm. Klöster und Kirchen wurden verwüstet, Bücher und Gemälde verbrannt, Altäre zertrümmert. Die Wiedertäufer wollten Münster zum „Neuen Jerusalem“ machen und es von allen Spuren einer überholten Vergangenheit reinigen.

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Johann Bockelson (1509-1536) errichtete ein Terrorregime
Quelle: picture alliance / akg-images/akg-images

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Bischof Franz von Waldeck blieb derweil nicht untätig und trommelte ein Söldnerheer zusammen, um die Stadt wiederzuerobern. Am 5. April 1534 wollte Matthys offenbar ein göttliches Wunder erzwingen. Mit einigen Begleitern ritt er unbewaffnet zum Heerlager des Bischofs, um seine Landsknechte durch Gebete zur Umkehr zu veranlassen. Matthys starb unter den Spießen der Söldner, sein abgeschlagener Kopf wurde auf eine Lanze gesteckt und vor der Stadtmauer zur Schau gestellt.

Nun schlug die Stunde des Johann Bockelson. Der 25-jährige Mann aus Leiden hatte eine Gastwirtschaft nebst angeschlossenem Bordell betrieben, ehe er Gefolgsmann von Matthys wurde. Wesentlich skrupelloser und willensstärker als sein Lehrmeister, riss er durch charismatische Beredsamkeit die Führung in Münster an sich. Ihm wurden das höchste Richteramt und der militärische Oberbefehl zugesprochen. Zum Bürgermeister ließ er Knipperdolling wählen, der gleichzeitig als sein persönlicher Henker amtierte.

 

Ein Augenzeuge, der Münsteraner Tischlermeister Heinrich Gresbeck, berichtet: „So haben der König Jan von Leiden und Knipperdolling so manchem das Haupt abgeschlagen und manchen totgeschlagen. Sie selber haben mit ihrer eigenen Hand persönlich so manchen frommen Mann zu Tode gebracht und ebenso die Frauen … Sie haben einem jeden das Seinige jämmerlich genommen und ihn von seiner Familie gejagt, dass es Gott erbarmen möchte.“

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So stellten sich die Zeitgenossen die Polygamie der Wiedertäufer vor – „Badestube“ von Virgil Solis
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Der neue Stadtherr zeigte aber auch kriegerisches Talent. Zwei Großangriffe der bischöflichen Truppen im Mai und August 1534 schlug er blutig zurück. Dieser Erfolg stieg Johann Bockelson so zu Kopf, dass er in Münster ein Regime von Willkür und Terror errichtete. Ende August 1534 ließ er sich zum König des tausendjährigen Reiches „Sion“ proklamieren und führte Vielweiberei und Gütergemeinschaft ein. Schließlich verkündete er im Oktober, von Münster aus werde er die ganze Erde seinem Zepter unterwerfen. „Er sollte ein König über Neuisrael und über die ganze Welt und nächst Gott sein. Und in der ganzen Welt sollt keine Obrigkeit mehr sein als Jan von Leiden“, schreibt Heinrich Gresbeck.

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Unter Bockelsons Fuchtel beherrschte in Münster ein Haufen exaltierter Gläubiger die Straßen; jeder Widerstand wurde brutal unterdrückt. Eine von seinen 17 Ehefrauen, Elisabeth Wandscherer, wehrte sich. Als aufgrund der bischöflichen Belagerung im Mai 1535 eine Hungersnot ausbrach, legte sie all ihren geschenkten Schmuck ab und forderte den König auf, sie aus der Stadt gehen zu lassen, denn sie könne nicht glauben, Gott wolle so viele Leute Hungers sterben lassen, während er selbst im Überfluss lebe.
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Daraufhin schleppte Bockelson Elisabeth auf den Prinzipalmarkt und köpfte sie am 12. Juni vor einer großen Volksmenge. Anschließend, so eine Chronik, „sagte er, dass dies der Wille Gottes gewesen sei, da sie eine Rebellin war. Darauf gab Jan von Leiden anwesenden Musikanten ein Zeichen, und das gesamte Volk geriet in eine religiös-hysterische Stimmung, jubelte, fasste sich bei den Händen und tanzte um Elisabeths Leichnam einen irrsinnigen Totentanz.“
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Johann Bockelson wurde vor seiner Hinrichtung im Käfig umhergefahren
Quelle: picture-alliance / akg-images/akg-images
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Zwei über diese Schreckensherrschaft entsetzte Bürger, der erwähnte Chronist Heinrich Gresbeck und Hans Eck von der Lagenstraten, begaben sich heimlich zum Lager des Bischofs. Dort verrieten sie eine Stelle, wo die Stadtmauer leicht zu ersteigen war. In der Nacht zum 25. Juni 1535 drang das Belagerungsheer in Münster ein. Nach verzweifelter Gegenwehr wurden Hunderte Wiedertäufer erschlagen, unter ihnen der Prediger Rottmann. Bockelson selbst, Knipperdolling und der zum Kanzler ernannte Heinrich Krechting gerieten in Gefangenschaft.

 

Sie wurden wochenlang in Käfigen durchs Bistum gefahren, um jedermann ihre Niederlage zu dokumentieren. Nach barbarischen Foltern ereilte sie am 22. Januar 1536 der Henkerstod. Ihre Leichen steckte man in drei eiserne Käfige und zog sie bis unter die Spitze der Lambertikirche. Dort hängen die Käfige noch heute – als Nachbildungen natürlich.

Von Jan von Flocken
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Johann Bockelson – Ein Bordellbesitzer griff nach der Weltherrschaft

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Gruß Hubert

 


Sonntag, 11. Februar 2018

Freude, Leid und Schuld im Christentum

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Genau so wie das Christentum erst die Vernunft zerschlagen muss, bevor es den Glauben einführen kann, so muss es das Glück zerstören, bevor es Erlösung einführen kann.
George H. Smith

Durch seine ganze Geschichte hindurch ist das Christentum nicht nur standhaft gegen Freude gewesen, sondern befürwortete auch noch das Leiden, ungeachtet des gefräßigen, zügellosen Verhaltens vieler seiner Päpste und anderer Prälaten.

Aus dem Buch von Wendell W. Watters „Tödliche Lehre“. W.W. Watters ist Prof. für Psychiatrie.

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Gruß Hubert