Montag, 21. August 2017

Es ist nur einer mehr, an den ich nicht glaube


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Ich mache da gar keine lange Einleitung und kommentiere das nicht weiter, weil die Position des Atheisten Ricky Gervais vollkommen auch meine ist. Ganz wichtig auch der Satz: „„Der Atheismus lehnt lediglich die Behauptung ab, es gäbe einen Gott. Er ist kein Glaubenssystem.“ Weil manche möchte auch gerne das zurecht stricken, dass Atheismus auch ein Glaubenssystem ist – ganz offensichtlich oft in böswilliger Absicht.
Im Artikel ist auch ein Video in englischer Sprache enthalten. Wer des Englischen mächtig ist kann es sich ja durch den Link am Ende anschauen.

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Ricky Gervais zu Stephen Colbert: „Sie glauben nicht an 2999 Götter. Es ist nur einer mehr, an den ich nicht glaube.”

Wenn der strenggläubige Katholik Stephen Colbert den Atheisten Ricky Gervais in seine Show einlädt, kann man darauf wetten, dass es in ihrem Gespräch irgendwann um Religion gehen wird. Gestern Abend (Anm. d. Red.: 1. Februar 2017) warteten beide nicht erst, bis das Thema von selbst auftaucht, sondern kamen gleich zur Sache; sie diskutierten „erste Ursachen”, die Definition von Atheismus und warum Gervais nicht einfach nur „an Wissenschaft glaubt”.

Die Konversation war nicht streitlustig, erlaubte aber beiden Bühnenkomikern, ihre Positionen klar zu machen.

Gervais: „Der Atheismus lehnt lediglich die Behauptung ab, es gäbe einen Gott. Er ist kein Glaubenssystem. Das ist Atheismus, in aller Kürze. Sie sagen, es gibt einen Gott. Ich sage: Können Sie das beweisen? Sie sagen: Nein. Ich sage: Daher glaube ich Ihnen nicht. Sie glauben an Gott, nehme ich an?

Colbert: „Ähm… in Gestalt dreier Personen, aber fahren Sie fort.”

Gervais: „Ok. Es gibt etwa 3000 Götter zur Auswahl. Im Grunde lehnen Sie einen weniger ab als ich; Sie glauben nicht an 2999 Götter, und ich glaube an nur einen weiteren nicht.”

Gervais sagte weiterhin, er fühle immense Dankbarkeit für seine Existenz, denn „die Chance war eins zu Milliarden, dass ich als ich selbst auf diesem Planeten erscheine, und ich werde es nie wieder.” Anschießend, nachdem er hörte, sein Vertrauen in die Wissenschaft sei auch nur eine Art Glaube, konterte Gervais mit diesem hübschen Monolog.

Gervais: „Wissenschaft wird ständig auf die Probe gestellt. Schauen Sie – wenn wir irgendwelche Belletristik nehmen, irgendeine heilige Schrift, und sie zerstören, dann wird sie auch nach tausend Jahren nicht wiederkehren. Wenn wir dagegen alle wissenschaftlichen Literatur vernichten, dann wäre sie in tausend Jahren wieder da, weil all die gleichen Versuche die gleichen Resultate hervorbringen würden.”

Colbert: „Das ist gut. Das ist wirklich gut.”

Gervais: „Ich brauche also keinen Glauben an die Wissenschaft. Ich brauche keinen Glauben, um zu wissen, dass, wenn ich aus dem Fenster springe, dass jedesmal, wenn jemand aus dem Fenster springt, wir wegen dieser Sache, die man Gravitation nennt, zerschmettert werden.”

All das haben wir natürlich schon oft gehört – aber das ist bei Colberts Abend-Publikum nicht notwendigerweise der Fall. Welch ein Vergnügen, zu erleben, wie Gervais dieselben Argumente anbringt, die Menschen wie Richard Dawkins immer vermitteln können, aber gegenüber einem viel größeren Publikum, das nicht um eine Debatte über Religion gebeten hat.

Als 2015 Bill Maher in Colberts Show auftrat, diskutierten beide auch über Gott, aber es war viel heikler. Maher rümpfte die Nase über Colbert, den Gläubigen, und wirkte herablassend, trotz seiner treffenden Argumente.

Gervais andererseits leistete wunderbare Arbeit bei der Erklärung seiner Haltung, ohne Colbert wie einen Trottel zu behandeln. Es war viel wirksamer.

Übersetzung: Harald Grundner

Hier geht’s zum Originalartikel…

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Es ist nur einer mehr, an den ich nicht glaube

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Gruß Hubert

Dienstag, 1. August 2017

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Krieg der Worte in Trumps Team

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Mit Beleidigungen hat der neue Kommunikationschef im Weißen Haus, Scaramucci, Stabschef Priebus attackiert. In einem Telefonat soll er Priebus als „paranoiden Schizophrenen“ bezeichnet haben. Das ist nicht der einzige Machtkampf im Weißen Haus.Der neue Kommunikationschef von US-Präsident Donald Trump, Anthony Scaramucci, hat derb gegen hochrangige Kollegen im Weißen Haus ausgeteilt. Das geht aus einer Mitschrift eines Telefonats hervor, die die Zeitschrift „New Yorker“ veröffentlichte.
In dem Gespräch mit einem Reporter sagte Scaramucci demnach, Trumps Stabschef Reince Priebus sei ein „verdammter paranoider Schizophrener“. Den Chefstrategen Steve Bannon überzog er mit nicht jugendfreien, unflätigen Schmähungen. Scaramucci warf Priebus das Durchstechen von Informationen an die Presse vor und äußerte die Einschätzung, dass er bald zurücktreten werde. („Einige dieser Leaks sind so verräterisch, dass man vor 150 Jahren dafür gehängt worden wäre.“ – sagte Scaramucci auch). Zudem drohte er erneut damit, alle Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung hinauszuwerfen, die nicht mit seinem Kurs einverstanden seien.

Nur für Erwachsene

Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte, Scaramucci habe in dem Gespräch mit dem „New Yorker“ einige „schlüpfrige“ Wörter benutzt. „Ich glaube nicht, dass er es wieder tun wird“, fügte sie hinzu. Der Kommunikationschef selbst gelobte nach der Veröffentlichung seiner Tirade Besserung: „Ich werde mich künftig zurückhalten“, schrieb er auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter.
Anthony Scaramucci @ScaramucciI sometimes use colorful language. I will refrain in this arena but not give up the passionate fight for @realDonaldTrump’s agenda. #MAGA28.07.2017 00:23 Uhr via Scaramucci hatte sein neues Amt als Kommunikationschef des Weißen Hauses vor einer Woche angetreten. Aus Protest gegen seine Ernennung trat Trumps bisheriger Pressesprecher Sean Spicer zurück, der in den vergangenen Monaten mit diversen Patzern für Aufsehen gesorgt hatte.

Zunehmender Machtkampf

Der öffentlich ausgetragene Streit wird von Beobachtern als Zeichen für einen zunehmenden Machtkampf im Weißen Haus gewertet. Scaramucci hatte schon mehrfach seine Differenzen mit Priebus öffentlich gemacht und ihre Beziehung mit der von Kain und Abel verglichen. Am Ende der biblischen Geschichte ermordet Kain den Abel. „Ich weiß nicht, ob das zu reparieren ist – das hängt vom Präsidenten ab“, sagte Scaramucci über seine Probleme mit Priebus.
Der Stabschef und auch Chefstratege Bannon hatten sich dagegen ausgesprochen, dass Trump Scaramucci anheuerte. Nach dem Rücktritt von Pressesprecher Sean Spicer und der Entlassung eines weiteren Vertrauten von Priebus im Kommunikationsteam des Weißen Hauses am Mittwoch gilt mittlerweile der Stabschef als Wackelkandidat in Trumps Regierungsmannschaft.
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Hier weiterlesen:

Anthony Scaramucci der neue Sprecher

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Siehe auch:

Trumps neuer Kommunikationschef

Wer ist Anthony Scaramucci?

https://www.nzz.ch/international/neuer-us-kommunikationsdirektor-wer-ist-anthony-scaramucci-ld.1307356

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Gruß Hubert